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Präsentation einer ortstypischen, voll funktionsfähigen DDR-Telefonzentrale für 70 Telefonanschlüsse mit Amtsverkehr und Vermittlungsplatz, Baujahr 1967.

 
 

Durchführung von Fernschreibverkehr mit internationalen Teilnehmern mit einem DDR-Fernschreiber,
Baujahr 1973.

 
  Adresse: Grundschule "Am Pfefferberg", hinteres Quergebäude, Bahnhofstr. 9-12, 16359 Biesenthal  
  Besichtigung: siehe Veranstaltungsplan oder nach Vereinbarung (Tel.: 0151 70051951)  
  Eintritt: frei  
 
   
Blick in den Anlagenraum   Vermittlungs- und Fern-
schreibplatz
  Der Arbeitsplatz des Fern-
meldetechnikers
 
 
 
Heimatgeschichtlicher Beitrag: "Die Entwicklung der Fernmeldetechnik in Biesenthal"
 
16. November 1875
Eröffnung des Telegrafenbetriebs im Postamt Biesenthal-Stadt
 
1. Juli 1876
Eröffnung des Telegrafenbetriebs im Postamt Biesenthal-Bahnhof
 
10. August 1883
Schaltung einer Fernsprechleitung zwischen Biesenthal und Lanke. Die hierzu notwendige Handvermittlung stand im Postamt Biesenthal I (Stadt).
 
10. August 1884
Schaltung einer Fernsprechleitung zwischen Biesenthal und Ruhlsdorf
 
20. Mai 1885
Schaltung einer Fernsprechleitung zwischen Biesenthal und Prenden
 
20. August 1901
Versuche im Funkverkehr mit Bernau auf dem Biesenthaler Kirchturm
 
Preußischer Landbote vom 22. August 1901  
 
4. Juni 1907
Diebstahl von Buntmetall an den Fernsprech-Freileitungen nach Bernau
 
Preußischer Landbote vom 11. Juni 1907  
 
1913
Von 3072 Einwohnern Biesenthals (Stand 1.10.1912) besitzen 24 einen Telefonanschluß. Das Postamt Biesenthal I (Stadt) bietet öffentlichen Telegrafen– und Fernsprechdienst, das Postamt Biesenthal II (Bahnhof) öffentlichen Telegrafendienst an.
Bahnhof Biesenthal, ca. 1910.
Im Hintergrund erkennt man das Schild der Telegrafenstation.
Bekanntmachung von 1913 Bekanntmachung von 1913
 
März 1927
Baubeginn für das „Selbstanschlußamt“ Biesenthal. Gleichzeitig wird das Ortsfernsprechnetz Grüntal für den „Selbstanschlußbetrieb“ (Übergang von der Handvermittlung auf die Selbstwählvermittlung) umgebaut.
 
12. November 1927
Inbetriebnahme des „Selbstanschlußamtes“ (System 22) im Postamt I (Stadt). Biesenthal verfügt damit als erste Stadt im Kreis Oberbarnim über diese neue Vermittlungstechnik. Übernahme des Fernverkehrs durch das Fernamt Eberswalde, durch Wahl der 0 konnte die dortige Handvermittlung erreicht werden die bei Bedarf auch die Zeit ansagte und einen Weckdienst anbot.
Biesenthaler Zeitung vom 10. November 1927 Biesenthaler Zeitung vom 14. Februar 1928
 
1930
174 Einwohner Biesenthals besitzen einen Telefonanschluß
Fernsprechverzeichnis von 1930
 
8. November 1934
Auszug aus einem Protokoll der Wehrmacht zum Aufbau von Verstärkerämtern in der Umgebung von Berlin:
"Die zuständigen Vertreter der Wehrmacht (OKH/ln 7 und RLM/NVW) einigen sich über die Bauweise der im Zusammenhang mit dem 'Umgehungskabel Berlin' geplanten Verstärkerämtern. Die Prototypen dafür werden in WILDPARK und BIESENTHAL errichtet.
WILDPARK ... ein Platz von ca. 4.500 qm in der Nordwestecke des Wildparks an der Chausseegabel ca. 250 m nördlich Kuhfort.
BIESENTHAL ... ein Platz von gleicher Größe in dem Nordwestzipfel des der Stadt Berlin gehörenden Waldes an der Straße Biesenthal - Prenden etwa 500 m südwestlich des Genesungsheimes ...
Die Räume für die verschiedenen Einrichtungen des Verstärkeramtes sollen gas- und splittersicher etwa 1 m in die Erde kommen. Auf diesen Räumen wird ein kleines Gebäude errichtet welches dem Werkmeister des Verstärkeramtes als Wohnung dienen soll. Der Stil des Gebäudes ist möglichst unauffällig zu wählen und den übrigen umliegenden Gebäuden anzupassen. Soweit der Unterbau nicht voll ausgenutzt wird darf seine eigentliche Bedeutung von außen nicht zu erkennen sein.
... Es wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß die Verstärkerämter und die heranführenden Kabel am 1. April 1935 betriebsfertig sein müssen."
(Archiv MPF, Akte 36/82-RLM LA. (NVW IIa) Nr. 3769/34 geh. vom 20. November 1934)
 
Anfang 1935
Beginn der Bauarbeiten für das Verstärkeramt Biesenthal, Prendener Weg (Objekt „Heidehof“)
Eingang zum Heidehof,
2. v. links: stellv. Kommandant Unteroffizier Marx 4. v. links: Kommandant Feldwebel Smolinski mit
Zivilangestellten
Schreibstube des Heidehofs
   
Hofseite des Heidehofs. An der Eingangstür steht ein Mitarbeiter in Postuniform. Hofseite des Heidehofs
 
1940
276 Einwohner Biesenthals besitzen einen Telefonanschluß
 
April 1945
Die in Biesenthal stationierte Nachrichteneinheit der Wehrmacht zieht ab
 
 
20. April 1945
Aufgabe des Heidehofs im Zuge der Räumung Biesenthals
Heimatgeschichtlicher Beitrag zur Geschichte des Heidehofs, Biesenthaler Anzeiger vom
2. Februar 2010
Reste des Heidehofs, die Kellerfenster sind noch zu erkennen.
 
Ende April 1945
Auf Anweisung seiner Vorgesetzten macht der Fernmeldetechniker Ernst Richter die Orts-Vermittlungsstelle Biesenthal unbrauchbar, indem er die beiden Ruf- und Signalmaschinen ausbaut und vergräbt, er muß sie allerdings später wieder herbeischaffen.
 
1945
Requirierung der Orts-Vermittlungsstelle Biesenthal durch die Rote Armee. Sie wird abgebaut und zum Bahnhof geschafft. Dort steht sie lange ungeschützt auf der Rampe und ist danach nicht mehr zu gebrauchen. Der Fernsprech-Ortsverkehr wird wieder durch Handvermittlung im Postamt I Biesenthal (Stadt) vorgenommen. Hierfür werden dort 3 Klappenschränke mit je 50 Anschlüssen in Betrieb genommen.
 
1. November 1945
Inbetriebnahme des provisorischen Verstärkeramtes (Übertragungsstelle I) in der Biesenthaler Schule. Die Anlage wird aus Resten der Anlage des Heidehofs aufgebaut. Über diese Übertragungsstelle laufen die Fernsprech-Fernleitungen in Richtung Osten.
 
Vorderansicht der Biesenthaler Schule (1925).
Im Seitenflügel rechts wurde 1945 im Keller und im ersten Stock das provisorische Verstärkeramt (Übertragungsstelle I) untergebracht.
 
 
8. Januar 1946
Auszug aus dem Protokoll der Stadtverordnetensitzung:
„Wiederholt werden Anfragen an den Magistrat gestellt wegen der Bereitstellung von Telefonan-schlüssen. Diesem Wunsch kann nicht stattgegeben werden, da in Potsdam (hier saß die zuständige Oberpostdirektion, d. Red.) ein Klappenschrank (d.h. eine Handvermittlung, d. Red.) fehlt.“
 
30. März 1950
Bestätigung des Bauantrages für das neue Verstärkeramt (Übertragungsstelle II) an der Eberswalder Chaussee als Ersatz für das provisorische Verstärkeramt in der Biesenthaler Schule (Übertragungs-
stelle I)
 
10. November 1952
Erste Gebrauchsabnahme und Inbetriebnahme des neuen Verstärkeramtes (Übertragungsstelle II). Die endgültige Abnahme zieht sich wegen baulicher Mängel bis 1954 hin.
 
Das neue Verstärkeramt (Übertragungsstelle II) an der Eberswalder Chaussee, heute ein Wohnhaus.  
 
1954
Inbetriebnahme einer neuen Orts-Vermittlungsstelle (System 50) im Gebäude der Übertragungsstelle II, Eberswalder Chaussee mit ca. 300 Anschlüssen
 
Ende der 60er Jahre
Erweiterung der Orts-Vermittlungsstelle Biesenthal um 100 Anschlüsse
 
3. Juli 1980
Festlegungsprotokoll der Deutschen Post über den Umzug der Übertragungsstelle II sowie den Neubau einer Orts-Vermittlungsstelle für Biesenthal und eines Knotenamtes in einem neu zu errichtenden Gebäude an der Telekomstraße
Festlegungsprotokoll, Seite 1 Festlegungsprotokoll, Seite 2
 
Mitte der 80er Jahre
Umzug der Übertragungsstelle II vom Gebäude an der Eberswalder Chaussee in das neue Gebäude an der Telekomstraße
 
Das Fernmeldegebäude an der Telekomstraße  
 
Sommer 1989
Inbetriebnahme der neuen Orts-Vermittlungsstelle Biesenthal (System 65) im neuen Gebäude an der Telekomstraße mit ca. 1300 Anschlüssen
 
4. Januar 1990
Inbetriebnahme einer neuen Knoten-Vermittlungsstelle (System 65) im neuen Gebäude an der Telekomstraße. Die Anlage ersetzt die provisorische Knoten-Vermittlungsstelle Wandlitz, die seit den 60er Jahren in Betrieb ist.
 
August 1991
Im Keller eines Biesenthaler Wohnhauses wird eine voll funktionsfähige „herrenlose“ Telefonzentrale gefunden
 
Biesenthaler Anzeiger vom 20. August 1991  
 
1991
Rekonstruktion der Übertragungsstelle II mit neuester Technik
 
24. Juni 1993
Inbetriebnahme einer neuen digitalen Orts-Vermittlungsstelle für Biesenthal im Fernmeldegebäude an der Telekomstraße, die wenige Jahre zuvor eingebaute DDR-Technik wird verschrottet. Umstellung der Ortsnetz-Kennziffer für Biesenthal auf eine neue – bundesweit einheitliche – Vorwahlnummer. Ein-führung bundesweit einheitlicher Vorwahlnummern für den Auslands-Fernverkehr. Das Zeitalter der elektromechanischen Vermittlungstechnik ist damit für Biesenthal zu Ende.
Märkische Oderzeitung 1993 Märkische Oderzeitung vom 7. Juli 1993
 
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